
Franziska Füchsl
Deutscher Preis für Nature Writing 2025
Im Südhang der europäischen Wasserscheide am Südrand des Böhmischen Hochlands, einem Grenzknoten, einem versteinerten Strudel, entspringen die drei Mühflüsse, de Gloane, de Stoanane, de Gręǫße auch Grǫıße. Das hügelige, erst kurz vor der Donau scharf abfallende Hochplateau, das sie lenkt und dem sie entrinnen, schreibt sich Oberes Mühlviertel. Doch jenes ‚l‘, das der Müh’ ihr Wasserrecht zusichert, kommt nicht zur Mündung. Unentwegt wird der Fluss angezapft und umgelenkt. Wir begegnen ihm stets im übertragenden Sinn. Unter unseren Blicken und in unseren Händen zersprengt es den Fluss in Müh-Metonymie. Wir stehen am Ufer und springen: zu Wehr und Wasserstand, zu Rad und Mühle, Mehl, Brot und Betrug, zu Knochen, Teufel und sicherem Tod, zu Holzschliff, Bütte und Konfetti, zu Strom, Licht und Elektroschrott, zum Stoff, aus dem Hymnen nicht sind. Das Weg- und Umweggehen lässt sich den Flüssen abschauen, die noch bleiben und schon über alle Berge sind.
Erscheint im März 2026
30,00 €
Autorin:
145 × 235 mm
Mit 30 Holzschnitten von Christian Thanhäuser
2026
Ca. 300
978-3-903409-15-6
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Edition Thanhäuser
Wallseerstraße 6
A-4100 Ottensheim, Österreich
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