Henry Deku schreibt an Karl Löwith
Überleben in der Tradition.

Herausgegeben von Stephan Grotz


Dieses Buch präsentiert sechs unpublizierte Briefe, die sich im Nachlass von Karl Löwith befinden. Geschrieben wurden sie zwischen 1936 und 1942 im englischen und amerikanischen Exil. Ihr Verfasser ist der bis heute selbst in Fachkreisen wenig bekannte Philosoph Henry Deku.

Deku, geb. 1909, entstammte einer Berliner jüdischen Kaufmannsfamilie, studierte Mathematik und Philosophie, erhielt für seine Dissertation den Bonitz-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wurde 1938 im KZ Buchenwald interniert, entkam nach London und New York, konvertierte 1940 zum Katholizismus, kehrte als Mitglied der Amerikanischen Militärregierung nach Deutschland zurück und entfaltete ab 1946 eine ungemein wirkungsreiche Lehrtätigkeit. Er starb 1993 in München.

Dekus Briefe gehören zu den wenigen erhaltenen Dokumenten, die Löwith in seinem bekannten Bericht „Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933“ (Stuttgart 1986; Neuausgabe 2007) verarbeitet hat.

Zugleich setzen sich Dekus Briefe mit der Position Löwiths auseinander, der vehement gegen eine Amalgamierung von Christentum und antiker Philosophie Einspruch erhebt. Deku zeigt sich als scharfsinniger Verteidiger eines Christentums, das die philosophische Reflexion nicht nur als Stimulans braucht, sondern das in seinen wesentlichen Gehalten auch von ihr lebt.

Und nicht zuletzt sind diese Briefe einzigartige Dokumente eines jüdisch-christlichen Denkers, der die Greuel der Nazizeit und das Exil mit einer Gelassenheit, ja mit Humor erträgt.

InhaltMit einem Vorwort von Stephan Grotz und zwei Holzschnittporträts von Christian Thanhäuser.
Jahr2020
ISBN978-3-900986-98-8
Umfang72 Seiten
Format125 × 200 mm
BindungFadenheftung

20 €

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